Spiel: Roborally / Crash & Burn
Spieleranzahl: 2-4 Spieler / 2-8 Spieler 
Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 - 120 min
Verlag: Amigo-Spiele
Autor: Richard Garfield
ungefährer Preis: je ca. 45 DM
Auszeichnungen: Top 100 Games in den USA
Wertung: 9 Punkte, mit Crash & Burn 10 Punkte

Spielziel: In einer Fabrikhalle findet ein Wettrennen unter Robotern statt. Jeder Mitspieler programmiert mit Hilfe von Programmierkarten seinen Roboter so, dass dieser möglichst schnell die Rennstrecke bewältigt. Dies wird sowohl durch die zeitgleichen Bewegungen der anderen Roboter, als auch durch die verschiedenen Fabrikelemente sehr erschwert.
Wer es schafft, als Erster alle Checkpoints in der richtigen Reihenfolge anzusteuern und am schnellsten das Ziel erreicht, hat das Spiel gewonnen.

Vor Beginn des Spiels bestimmen alle Spieler gemeinsam das Aussehen der Fabrik, indem sie aus den vier zur Verfügung stehenden Spielplänen ( = Fabrikhallen) diejenigen aussuchen, in denen die Rally stattfinden soll. Die Fabrikhallen sind mit ganz unterschiedlichen Fabrikelementen (z.B. Förderbänder, Schieber, Zahnräder, Pressen, Laser) ausgestattet, die den Schwierigkeitsgrad der Rennstrecke bestimmen.
Anschließend wird gemeinsam die Rennstrecke festgelegt, die durch nummerierte Checkpoints gekennzeichnet wird.  Diese müssen beim Wettrennen von den Robotern in aufsteigender Reihenfolge angesteuert werden. Bei Checkpoint eins starten die Roboter. Wer als erster den letzten Checkpoint erreicht, ist Sieger.

Wie bewegen sich aber nun die Roboter? Jeder Spieler erstellt verdeckt aus den neun Programmierkarten, die er auf der Hand hält, ein Programm für seinen Roboter bestehend aus fünf Karten. Jede Karte befiehlt dem Roboter die Richtung, in die er sich 1 bis 3 Felder bewegen oder sich drehen muss.
Beim Starten des Programms wird der erste Befehl aller Spieler an ihre Roboter gleichzeitig aufgedeckt und anschließend nacheinander ausgeführt.  Dabei kommt es vor, dass ein Roboter einen anderen vor sich her schiebt, dass ein Roboter gegen eine Wand stößt oder sich vom Spielplan bewegt, weil ein anderer Roboter in eine unvorhergesehene Richtung läuft. Das Verlassen des Spielfeldes und das Fallen in einen Schacht überlebt der Roboter nicht. Da dies allerdings öfter vorkommen kann, hat jeder Roboter drei Lebenspunkte, die er einsetzen kann, um nach einer Zerstörung neu zu starten.
Eine Sicherheitskopie, die im Laufe des Spiels auf die Checkpoints und auf Reparaturfelder gelegt wird, ermöglicht ihm, ein Duplikat seines Roboters an die Stelle der Sicherheitskopie zu setzen. Damit ist man davor geschützt, wieder bei Punkt Null anfangen zu müssen.
Nach der Ausführung des ersten Befehls treten die Fabrikelemente in Aktion. Auch hier geht es sehr turbulent zu, wenn die Roboter weitertransportiert, gedreht und geschoben werden. Auch Laser können in dieser Phase den Roboter treffen.  Dies führt zu einem Schadenspunkt, der den Speicherplatz des Roboters verkleinert. Der Spieler erhält in der nächsten Programmierphase weniger Programmierkarten. Ab dem fünften Schadenspunkt wird das Programm des Roboters blockiert, d.h. bei der nächsten Programmierphase bleiben die blockierten Befehle einfach liegen. Mit neun Schadenspunkten wiederholt der Roboter also das Programm seiner blockierten Karten immer wieder.
Um das frühzeitig zu verhindern, gibt es die Möglichkeit, seinen Roboter abzuschalten. Dann setzt er eine Runde aus und es werden alle Schadenspunkte entfernt.
Nachdem alle Fabrikelemente aktiv waren, verfährt man mit der zweiten Programmierkarte genauso. Wiederum schließen sich die Aktionen der Fabrikelemente an. So geht es weiter, bis das Programm beendet ist. Dann werden wieder Programmierkarten ausgeteilt, das Programm erstellt und das Programm ausgeführt - solange, bis ein Roboter den letzten Checkpoint erreicht hat.
Ein besonderes Feld ist das Reparaturfeld. Steht ein Roboter am Ende der fünften Runde auf einem Reparaturfeld, darf er Schäden reparieren lassen.

Fazit: Ein überaus spannendes Rennspiel, das durch die vielen Möglichkeiten, die durch die unterschiedlichen Fabrikelemente, den variablen Spielplan und die individuelle Rennstreckengestaltung gegeben sind, besticht.  Der Orientierungssinn der Spieler wird auf eine harte Probe gestellt, was oftmals zu völlig ungeplanten Wegen durch die Fabrikhallen und zu viel Gelächter führt.

OptionskarteZu diesem Spiel gibt es auch eine Erweiterung: "Crash & Burn".
Diese ermöglicht es, das Spiel mit bis zu 8 Spielern zu spielen. "Crash & Burn" enthält vier neue Spielpläne mit teilweise neuen Fabrikelementen, z.B.Öllachen, Portale und Brenner. Außerdem besteht jetzt auf einem Reparaturfeld die Möglichkeit, zwischen der Durchführung einer Reparatur und der Erweiterung der Fähigkeiten des Roboters durch eine Optionskarte zu wählen. Eine Optionskarte verleiht dem Roboter außergewöhnliche Fähigkeiten, wie z.B. den Einsatz eines Lasers nach hinten, das Verschieben eines anderen Roboters um ein Feld, das Blockieren einer Programmierkarte eines Gegners usw.. Je mehr Roboter an dem turbulenten Rennen teilnehmen, desto interessanter wird die Roborally.
Diese Erweiterung bringt noch viel mehr Spaß und Spannung ins Spiel - wirklich gelungen!
Text: Sandra Diesel ; Layout: Udo Möller

letzte Änderung: 24.06.00